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Die Spessartine von Loliondo / Tanzania - Seite 3
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Etwa einen Kilometer entfernt von der Stelle, wo die meisten Leute buddeln (und wo die besten Steine bislang gefunden werden), sehe ich eine Art Bergbau, daher mache ich mich auf den Weg. Eine geologische Störung trennt diese Grabungsstelle von der Hangflanke und tatsächlich wird hier im Anstehenden gearbeitet. Eine ca. 20cm mächtige Ader von Hämatit ist mit gelbem Spessartin durchsetzt, begleitet von rosa Muskovit sowie etwas Quarz. Nach Auskunft der Bergleute konnten sie jedoch bislang keine schleifwürdigen Steine bergen.

Auf der Suche nach Spessartin in Nani, Loliondo

Die Lagerstätte NaniLangsam finden die Massai auch zu mir Vertrauen und bringen mir teils sehr schöne Spessartinkristalle.
Die Preisverhandlungen sind allerdings kurios: sie verlangen durchaus US$ 200 für einen Kristall von 2cm Durchmesser, geben sich jedoch nach kurzer Verhandlung und einigen Scherzen mit einem Bruchteil zufrieden. Der Wert des Geldes scheint hier noch sehr relativ zu sein.
Nach und nach bekam ich viele hundert Kristalle zu sehen, ca. 98% sind einfache Deltoidikositetraeder, meist jedoch nur zur Hälfte erhalten.

Ansonsten sind sie durch natürlichen Transport zerbrochen, zumal die Kristalle oft rissig sind. Einige wenige weisen zusätzlich die Rhombenfläche auf und nur ein Kristall war ein einfaches Rhombendodekaeder. Die Farbe ist überwiegend schwarz, durch Hämatit gefärbt, partiell allerdings auch von schöner orangener Farbe. Nur wenige Kristalle sind komplett orange und noch weniger sind dazu noch transparent. Die meisten Kristalle sind dazu wohl durch Huminsäure angeätzt, nur wenige weisen glatte Kristallflächen auf. Es gibt fast nur Einzelkristalle, jedoch konnte ich einige wenige grosse Kristallaggregate erwerben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieHier in diesen Löchern wurden die ersten Spessartine gefunden Lagerstätte von Nani ausgezeichnete, zum Facettieren geeignete Spessartine liefert sowie hervorragende Kristalle als Sammlungsstücke. Die Lagerstätte ist bislang als alluvial anzusehen in einem Gebiet von präkambrischen mächtigen Quarzbändern, mehrfach metamorph überprägt. In diesen – teils mehrere hundert Meter mächtigen – Quarzbändern finden sich Hämatitgänge, die durchsetzt von Spessartin sind. Offensichtlich sind diese Gänge tiefgründig in situ verwittert, die Mineralien können nicht allzu weit transportiert worden sein.
Nur einmal konnte ich ein kleines Quarzstück mit unvollständigen Spessartinkristallen finden.
Die Lagerstätte dürfte über ein hinreichend grosses Potential verfügen, da auch ausserhalb des bislang recht kleinen Abbaugebietes Spessartine zu erwarten sind. Für die Zukunft sind noch hochinteressante Funde zu erwarten, für uns Sammler natürlich gute Kristalle in Matrix.
Die Paragenese scheint leider recht einfach zu sein, ausser Hämatit, Quarz, Muskovit und Spessartin konnte ich keine anderen Mineralien feststellen.
Selbstverständlich können sich diese Parameter mit fortschreitendem Abbau ändern, da erst ein paar Schurflöcher existieren. Vielleicht wird auch mein Ratschlag angenommen, den Hang auf das Primärvorkommen zu prospektieren, da ich dann grössere Stücke von sowohl schleifbarem Spessartin als auch bessere Kristalle erwarte.

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