| Die gelben Danburite von Morogoro - Seite 1 |
Safari ndjema: Mineraliensuche in TanzaniaAuszugsweise veröffentlicht in LAPIS Ausgabe März 2010
Es war im März 2004. Bereits seit einer Woche sass ich in meinem Büro im Ottu-building in Arusha und wartete auf Broker und Edelsteinsucher, die dort mir ihre Funde anboten. Dies ist eine gängige und probate Methode, an gute Mineralien zu gelangen, da Arusha – malerisch gelegen am Hang des Vulkans Mt.Meru – die heimliche Hauptstadt des Mineralienhandels ist. Natürlich hat dies damit zu tun, dass es von hier nicht allzu weit nach Mererani ist, der Ort, wo seit 1967 die herrlichen Tanzanite gefunden werden.
Aber auch andere Mineralien und Edelsteine werden in der weiteren Umgebung (wobei hier mit „weiteren“ durchaus einige 100 km gemeint sind) gefunden, so natürlich die prächtigen Rubine in Zoisit von Longido, die Chromturmaline von Landanai, die Tsavorite von Lemshuko, zahlreiche Fundstellen für Korundkristalle (als Rubin und Saphir) in der Masaisteppe, zahlreiche Pegmatite um Gairo (von hier auch die schönen weingelben Skapolithkristalle). Auf der Strecke nach Dodoma über Kondoa liegt nahe der Hauptpiste Handeni mit sehr schönem Chrysopras, etwas weiter südlich wird
roter Turmalin gefunden und in der Umgebung von Babati am lake Manyara werden excellente Iolite geschürft sowie tiefgrüner Aventurin abgebaut.
Einer der Broker brachte mir ein Plastiktütchen mit grüngelben Kristallen, zwischen 1cm und 4cm lang, teilweise schön transparent. Diese Kristalle mit leicht gerundeten Kanten waren mir für Tanzania neu und da sie eine ziemliche Härte aufwiesen, konnte ich dem Verkäufer nicht so recht glauben, der mir die Steine als Apatit anpries. Wir konnten uns jedoch – nach einigem Feilschen – auf einen moderaten Preis einigen und die Steine wurden vorläufig als interessantes neues, jedoch unbekanntes Mineral erworben.
Allerdings auf die Frage, wo denn diese Steine gefunden worden wären, konnte oder auch wollte der Mann keine Auskunft geben. Dies liegt jedoch auch im Wesen des tanzanischen Edelsteinhandels. Es ist meistens nicht der Eigentümer bzw. Finder der Mineralien, der zu mir kommt, sondern ein Broker. Dieser versucht im Auftrag des Eigentümers die Steine so teuer wie möglich zu veräussern und erhält im Erfolgsfalle eine entsprechende Provision. Sehr oft verlässt
mich der Broker, um mit dem Eigentümer per Handy zu konferieren und sich einen mit mir ausgehandelten, niedrigeren Preis zu bestätigen lassen. Daher sind diese Broker meist nicht im Klaren, woher die Steine kommen, es sei, sie fahren selber zu den Fundstellen, um dort von den Mineuren direkt Steine in Kommission zu erhalten und nach Arusha zu bringen. Es ist übrigens nach tanzanischem Recht zwingend erforderlich, die Hilfe dieser Broker (die auch eine staatliche Lizenz benötigen) in Anspruch zu nehmen. |









