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Die Fahrt nach Morogoro führt von dem über 1000m hoch gelegenen und dadurch klimatisch sehr angenehmen Arusha auf guter Asphaltstrasse über Moshi und Korogwe in das feuchtheisse tanzanische Tiefland und sodann wieder etwas höher an den Rand des mächtigen Uluguru-Gebirges. Dort liegt sehr malerisch die Stadt Morogoro, in deren weiterer Umgebung, vor allem im Ulugurumassiv, zahlreiche hochinteressante Mineralvorkommen liegen. Bekannt wurde vor nicht allzu vielen Jahren das Örtchen Sanga-Sanga durch Funde von spektakulär schönem Turmalin, die den in Madagaskar gefundenen durchaus ebenbürtig waren. Auch finden sich im Südosten der Stadt Richtung Matombo und Kibangile Lagerstätten von gutem Rubin und Saphir. Auch Gold wird in einigen Flüssen mit Erfolg gewaschen. Während der deutschen Kolonialzeit wurde im Ulugurumassiv Glimmer und Granat abgebaut. Leider sind viele dieser zumeist sehr kleinen Lagerstätten nicht so einfach mit dem Auto (Gelände-) zu erreichen, man muss schon laufen und dies ist bei hoher Lufttemperatur und –feuchtigkeit ziemlich schweisstreibend.
15. März 2006 Von Morogoro aus war es nun nicht mehr allzu weit. Mit einem einfachen PKW fuhren wir ca. 40km in das Ulugurumassiv bis in die Nähe des Dorfes Kivuma. Von dort ging es nun am Anfang über eine ziemlich matschige Piste durch den dichten Busch und anschliessend zu Fuss durch die sehr dichte Vegetation auf Trampelpfaden weiter. Mein Erstaunen wuchs mit jedem Schritt, denn die anstehenden Gesteine erwiesen sich als Marmor und zwar von genau der Art, wie ich sie von den Spinelllagerstätten von Mahenge her kannte. Auch die Karstbildung war entsprechend und daher war es auch nicht weiter überraschend, als ich in einer der Karstschluchten verhältnismässig gute Spinellkristalle in den Marmorwänden fand. Diese hatten der Erosion mehr Widerstand geleistet und ragten als cm-grosse verzwillingte rote Kristalle aus dem Marmor.

Meine Überraschung wurde noch grösser, als wir an einen älteren Abbau kamen, an dem säuberlich grosse Marmorblöcke mit Drahtseilen herausgesägt waren, ähnlich wie es in Europa üblich ist. Mir wurde bestätigt, dass eine italienische Firma hier investiert hatte, jedoch den Abbau auf Grund der schlechten Infrastruktur wieder aufgegeben hatte. Der Pfad schlängelte sich nun häufiger durch enge tiefe Schluchten des Marmors, in denen es zumindest angenehm kühl war. Nach 20 min Fussweg erreichten wir die kleine Lagerstätte, in dem vielleicht 15 Männer mit einfachsten Mitteln wie Hammer und Meissel den Danburit abbauten. Diese Mine würde „ Munaraima“ heissen, hiess es. Es handelte sich eindeutig um einen Pegamtit, eingeschaltet in den Marmor. Der Pegmatit von den Ausmassen 23m x 12m erhebt sich als Hügel aus einer kleinen Ebene und ist zu einem Drittel bereits bis zu einer Teufe von 5m abgebaut. Der Kern besteht aus massivem Quarz, z.T. von zahlreichen Schörlkristallen durchsetzt. Die äussere Hülle des Pegamtits bilden Mikrokline, oft auch als hellgrüner Amazonit in metergrossen Kristallen ausgebildet, sowie Chalcedon in attraktiven Aggregaten. Zum Kontakt mit dem Marmor finden sich Kyanit sowie kleine Dravitkristalle.
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