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Mineraliensuche im Kongo - Ein Erfahrungsbericht - Seite 4
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15.8.2008 Freitag

Die Fahrt wiederum nach Likasi startet Mittags nach Besuchen bei Mineralienhändlern, um ihnen feste Aufträge zu geben. Wir sind auf diese Menschen angewiesen, da nur sie die notwendigen Lizenzen und Verbindungen besitzen, Mineralien ausser Landes zu schaffen, in unserem Falle nach Lusaka in Zambia. Von dort ist der weitere Versandweg einfach. Das Problem im Kongo ist, dass die rechtlichen Vorgaben derart verworren und für uns Europäer undurchschaubar sind, dass wir schlicht scheitern, zumal uns die familiären und freundschaftlichen Verflechtungen nicht offen stehen. Selbstverständlich fliessen bei all diesen Verhandlungen auch unter den Kongolesen erhebliche Mengen an „posho“ und zwar für zentralafrikanische Verhältnisse erhebliche Summen. Selbst mir, der ich viele Länder dieses Kontinents sehr gut kenne, stockt manchmal der Atem, wenn ich die Summen höre, die so verlangt werden: „ just give me 250 $ „ ist normal.
Auf der Fahrt nach Likasi möchte diesmal ein Polizist mir weismachen, dass der Internationale Führerschein nicht dazu berechtigt, ein Auto mit kongolesischer Zulassung zu steuern, dafür benötige man einen kongolesischen Führerschein, und verlangt posho. Als ich ihm bedeute, ich würde bei der Deutschen Botschaft nachfragen (obwohl an der Stelle kein Handyempfang möglich war), rudert er zurück und gibt sich mit einem Dollar posho zufrieden.

 

16.8.2008 Samstag

Likasi, das Zentrum eines riesigen Minenareals ist eine dreckige, verkommene Stadt mit Strassen, deren elendigen Zustand man sich schier nicht vorstellen kann. Kolonnen von schwersten Lastwagen quälen sich durch die riesigen Schlaglöcher und man muss generell mit Licht fahren, da der aufgewirbelte Staub nur einen Blindflug zulässt.
Kurz hinter Likasi stoppen uns an einer Barriere Kongolesen in Zivil. Wir müssen unsere Pässe vorzeigen sowie das teure Papier der Minenpolizei. Es wird uns verkündet, wir müssten zurück nach Likasi zum Büro der dortigen Sécurité, um irgendwelche Formalitäten zu erledigen sowie einen Führer ( oder wahrscheinlich einen Aufpasser, wie wir vermuten) aufzunehmen.
Eine halbe Stunde warten wir in einem tristen Raum, dann werden wir in das Büro des hiesigen Chefs der Sécurité gebeten, daneben sitzen die Chefs der hiesigen Minenpolizei sowie der normalen Polizei. Es beginnt ein Palaver um die Gründe, die uns zu diesem Besuch bewegen sowie um die Papiere, die uns noch fehlen. Ausserdem werden wir aufgeklärt, dass ein Besuch der vielen kleineren Tagebaue von verschiedenen Kooperativen sehr riskant wäre. Diese Bergleute würden nämlich argwöhnen, wir wollten ihnen ihre Lagerstätte abnehmen und würden daher sehr aggressiv reagieren. Ausserdem wäre unser Permit der Minenpolizei in Lubumbashi überhaupt nicht gültig, da die Stempel rund seien und nicht eckig, dazu fehle das korrekte Datum und der Unterzeichner hätte in ihrem Distrikt sowie so nichts zu erlauben, dazu wären nur sie in der Lage.
Selbstverständlich wären die drei befähigt und in der Lage, uns weiterzuhelfen. Nach einer Stunde zäher Verhandlung einigen wir uns auf eine weitere Zahlung von € 500, dafür sollen wir sämtliche Gruben befahren dürfen und wir würden zwei bewaffnete Polizisten als Leibwache gestellt bekommen. Wir beissen in den sauren Apfel und hoffen nun das Beste.

Der teure, jedoch letztlich nutzlose Minenpass
Es dauert jedoch nur 10 Minuten, da erscheint der Sekretär des Oberchefs, gibt uns das Geld zurück mit der Begründung, sein Boss hätte mit Lubumbashi telefoniert und er würde seine Zusage zurückziehen. Wir vermuten, dass er zuviel von dem Geld weiterreichen müsste.
Nach dieser erneuten Enttäuschung beschliessen wir, das Abenteuer Kongo abzubrechen, zumal ich befürchte, dass weiterhin versucht wird, uns Geld abzupressen.
Wir fahren sofort nach Lubumbashi zurück und versuchen, einen Flug nach Daressalam in Tanzania zu buchen.

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