| Die Monsteine von Zoissa - Seite 2 |
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Jahre später fragte mich eine Kundin (Astrid Hess von der Firma One World Minerals), ob es in Tanzania nicht auch Lagerstätten gäbe, auf die der Titel „Fair trade“ zutreffen könnte und da fiel mir wieder diese Dorfgemeinschaft ein. Mein Bericht fazinierte sie und anlässlich einer gemeinsamen Reise zu der Sphenfundstelle in Mpapwa (siehe auch dort) regten sie und ihr Mann Bernd an, doch dort einmal vorbeizufahren. Nun, es wäre nur ein geringer Umweg und so beschlossen wir, von Mpapwa aus die Rückfahrt nach Arusha durch die Masaisteppe zu wählen mit einem Abstecher nach Zoissa. Die zwei Kilometer vom Dorf Zoissa zum Fusse des Berghanges waren mühsam, da nur eine Art Pfad vorhanden war und das Auto, obwohl geländegängig, ziemlich strapaziert wurde.
Der Feldspat kommt hier in einem unregelmässigen Netzwerk dünnerer Adern vor. Nur ein winziger Prozentteil des Feldspates ist als Mondstein zu bezeichnen, der Grossteil ist schlicht Albit und wird auf Halde geschüttet. So ist dieser Teil des Berges von strahlend weissen Halden gekennzeichnet. Neben gutem Mondstein, (der jedoch meist opak ist) tritt etwas Amazonit auf, dazu Schörlkristalle sowie grosse idiomorphe Biotitkristalle.
Leider schien seit einiger Zeit kein Abbau mehr stattzufinden. Es gab keine frischen Aufschlüsse mehr, die Abbaue waren, soweit ich sie besuchte, alle schon durch die Erosion gekennzeichnet. Es waren keine frischen Feldspatadern mehr zu sehen.
Meine Vermutung geht dahin, dass mittlerweile andere Fundstellen noch besseres Material, vor allem transparentes, liefern. So wurde vor kurzem eine neue Fundstelle bei Mererani (ja, das ist die Tanzanitfundstelle) produktiv, mit ausgezeichnetem transparentem Mondstein. Astrid und Bernd konnten jedoch einen Sack Mondstein erwerben, während ich mit einem platten Reifen beschäftigt war. |






Dieser Besuch hinterliess ein leises Bedauern, dass ein gutes Konzept den ökonomischen Zwängen unterliegen musste


