Safari njema Zambia - auf der Suche nach den seltenen Zinkphosphaten

Broken Hill - ein Name, der viele Sammlerherzen höher schlagen lässt, allerdings gibt es - ein Unikum - zwei bekannte Lagerstätten dieses Namens, die beide schon KLOCKMANN unter die 100 berühmtesten Mineralienfundstellen der Erde zählt. Die Erste ist Broken Hill in New South Wales in Australien, die Zweite liegt in Zambia nahe der Stadt Kabwe, nördlich von der zambischen Hauptstadt Lusaka. Die Pb-Zn-Ag-Lagerstätte wurde Anfang des 20.Jahrhunderts von einem britischen Prospektor, der aus dem australischen Broken Hill stammte, gefunden und kurzerhand nach seiner Heimat benannt. Er stiess zu Beginn auf kleine Hügel ("kopjes"), die fast komplett aus sekundären Zinkphosphaten bestanden und die auch zuerst abgebaut wurden. Am bekanntesten wurde

der kopje #2, vor allem wegen der Reichhaltigkeit und Schönheit der dort aufgefundenen sekundären Zinkmineralien. Dieser Ort ist die Typlokalität für  Tarbuttit und Parahopeit ( das dritte Mineral ist Zincolibethenit, für das

Broken Hill die Typlokalität ist). Insgesamt sind von Broken Hill 51 Mineralien bekannt, darunter auch Prachtstücke von Smithsonit, Pyromorphit, Hopeit und Bleiglanz.

Als blutjunger Student hatte ich 1966 die Möglichkeit, kurz nach der Unabhängigkeit der ehemaligen britischen Kolonie Nord-Rhodesien Broken Hill für kurze Zeit zu besuchen ( das Visum für den neuen Staat Zambia bekam ich noch von der britischen Botschaft ). Die Mine war damals auf seinem Höhepunkt, sowohl im Tage-als auch im Tiefbau. Leider wurde der Bergbau 1989 komplett wegen Erschöpfung der Vorräte eingestellt, die Mine ist nun abgesoffen. Eine mittlere Katastrophe zeichnet sich leider in den letzten Jahrzehnten ab, da Halden und Demolierung der übertägigen Anlagen das Grundwasser in höchstem Maße mit Schermetallen verseucht.

So war es ein ziemlicher Schock, als ich nun diese Mine in ihrem traurigen Zustand wiedersah. Auf dem Betriebsgelände waren fleissige Menschen tätig und montierten alles zu Verwertende ab, vor allem die Kupferkabel, deren Ummantelung einfach auf grossen Feuern  abgebrannt wurde. Der Direktor des Geländes erlaubte uns dankenswerterweise, das umzäunte Betriebsgelände zu betreten als auch die in der weiteren Umgebung liegenden kopjes aufzusuchen. Glücklicherweise war mir die Lage des kopjes #2 noch bekannt und so konzentrierten wir uns auf dieses Areal, denn auf dem alten Bergwerksgelände waren ausser kleinen Halden von Franklinit und Willemit ( von der Grube "star zinc mine" bei Lusaka), dort zur Verhüttung abgekippt, kaum etwas zu finden.

Die grossen Halden, die ich von früher her kannte, waren fast komplett verschwunden, eine kleine Resthalde erbrachte noch ein paar Stufen mit Tarbuttit und Parahopeit, erst als mir klar wurde, dass das Gelände einplaniert worden war, kam der Gedanke auf, den Steppenboden aufzugraben.

Und hier wurden wir dann auch fündig. Mein häufiger Begleiter und guter Freund Klaus Knappe und ich fanden prächtige Stufen, meistens von Tarbuttit, sehr viel seltener von Parahopeit. Weitere Mineralien waren Hemimorphit in kleinen schneeweissen Kristallen sowie als Überraschung Scholzitkristalle auf und mit Parahopeit. Selten waren noch kleine unbedeutende Pyromorphitkristalle in der Ausbeute.

Das Graben in der baumlosen Steppe ohne Schatten war körperliche Schwerstarbeit. Natürlich wurden wir belohnt durch den Erfolg, nur am Ende des Tages waren wir völlig erschöpft, völlig verdreckt und verschwitzt. Generös war der zambische Direktor der ehemaligen Mine, er hatte uns ein Gästeappartment zur Benutzung überlassen, sogar mit einer Badewanne. Das Wasser reichte allerdings nur für eine Füllung, d.h.der Erste wurde sauber, der Zweite musste dann in der Brühe des Ersten versuchen, auch noch sauber zu werden.